“Wie stark und gesund ist unsere Beziehung?”
Bart und ich stellen uns diese Frage regelmäßig. Ich bin fast mein halbes Leben mit Bart zusammen & unsere Beziehung begann, als wir 15 waren. Unsere Beziehung hatte ihre Herausforderungen und überlebte sogar einen Burnout. Sich regelmäßig gute Fragen zu stellen, ist unser “nicht-so-geheimes-Geheimnis”.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, warum eine gute und gesunde Beziehung nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte, und wie Selbstverständlichkeit im Laufe der Zeit zu Trennung führen kann. Die gute Nachricht ist, dass man eine bessere Beziehung gemeinsam erreichen kann. Dazu werde ich vier Fragen mit dir teilen, die dazu beitragen, deine Beziehung zu stärken, zu beleben und gemeinsam mit deinem Partner mehr Spaß zu haben!

Sich durch Netflix voneinander entfernen?

Die Tage fliegen dahin. Arbeit, Familie, Kinder, Freunde, Haushalt & Social Media nehmen die meiste Zeit & Energie in Anspruch.

Du tust alles, um einen organisierten Haushalt zu erhalten, dein Bestes in der Arbeit zu geben und mit Freunden in Kontakt zu bleiben (auch ein essentieller Teil des Lebens). Es mag sich um Pflichtbewusstsein oder Genuss handeln, aber regelmäßiges Training im Fitness Center & gesundes Essen sind andere Faktoren, welche Zeit beanspruchen. An seltenen freien Abenden, lässt du dich auf die Couch fallen, loggst dich bei Netflix ein & was als ”nur eine Folge” beginnt, endet mit einem kompletten Netflix-Abend. Dein Smartphone ist natürlich (immer) in Reichweite & zieht regelmäßig durch die Vibrationen der Notifications deine Aufmerksamkeit auf sich. Nicht zu vergessen, die schnellen “freien” Momente, in denen du deinen Instagram oder Facebook Feed durchforstest.

So, wo ist dein Partner in dem Ganzen? Wahrscheinlich sitzt er neben dir auf der Couch, mit den Augen auf sein Handy gerichtet & die einzige echte Kommunikation den Tag über, kam durch WhatsApp Nachrichten zustande. Manchmal macht ihr vielleicht etwas Lustiges oder Aufregendes gemeinsam, wie mit Freunden oder Familie, die vorbeischauen. Doch wenn man hier nicht aufpasst, können die täglichen Gespräche mit dem Partner schnell in alltägliche Themen abrutschen. An der Oberfläche scheint die Beziehung großartig zu sein, aber gibt sie euch beiden etwas zurück? Habt ihr genügend Tiefgang in euren Gesprächen? Seht ihr euch gegenseitig als selbstverständlich?

Wie ein Auto, muss auch eine Beziehung regelmäßig gewartet und repariert werden. Dabei rede ich natürlich von einem guten Gespräch ;). Wenn ihr euch nicht die Zeit nehmt, über die kleinen Dinge & Themen zu reden, die ihr wichtig findet, könntet ihr euch (ohne es zu wissen) voneinander entfernen…

“Nicht wir”– Zahlen lügen nicht:

Alle denken, sie wären die Ausnahme, aber Zahlen aus dem wahren Leben lügen nicht. Ich bin kein Fan von Zahlen, möchte aber diese mit euch teilen, um euch zu zeigen, was ich meine. Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Beziehung überleben wird, war noch nie so gering. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Scheidungsrate derzeit bei etwas über 40 %. Laut den Zahlen des SB (2015), liegt die Scheidungsrate bei 40,82 %. Die Zahlen bezüglich Paaren, welche zusammen leben, aber in keiner Ehe sind & sich wieder trennen, sind nicht so leicht zu benennen, werden aber leicht höher eingeschätzt.

Zwei der am Häufigsten genannten Gründe für eine Trennung sind “sich auseinander entwickeln” & “eine verschiedene Vorstellung der Zukunft”. Das sind Themen, die in Vergessenheit geraten können, wenn wir heiraten oder zusammen ziehen.

Etwas anderes, über das wir sonst nicht nachdenken, sind unsere elektronischen Geräte & die Zeit, die wir mit ihnen verbringen. Laut einer Studie des ARD/ZDF zu Massenkommunikation  (2015), beträgt die tägliche Nutzungsdauer von Medien bei 14 – 29 Jährigen täglich im Durchschnitt 9 Stunden und 26 Minuten. Zu den Medien gehören TV, Computer, Radio und Handys. Die Medien sind unser liebster Zeitvertreib.

Während wir darüber grübeln, wie gestresst wir sind und wie wenig Möglichkeiten wir für “Quality Time” haben, verbringen wir die meiste Zeit des Tages mit meist trivialen Aktivitäten.

*Sorry, aber Filme und Serien fallen unter die TV Kategorie…nicht unter Quality Time.

Es beginnt mit einer bedeutenden Frage!

Also, wie erhalten wir unsere Beziehung stark und gesund & stellen sicher, dass wir uns nicht auseinander entwickeln? Die Grundlage ist aufrichtige Aufmerksamkeit füreinander. Es hört sich schwieriger an, als es ist & nimmt weitaus weniger Zeit in Anspruch, als dein Medienkonsum.

Unsere Erfahrung ist, dass man auf einfache & spielerische Weise mit Fragen echte und bedeutende Gespräche führen kann. Stelle deinem/r Liebsten öfter eine Frage mit Tiefgang – und ich meine nicht: “Wer erledigt diese Woche den Einkauf?”!

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Meine persönliche Geschichte:

Eine gute Beziehung “funktioniert” immer, selbst unter hoher Belastung. Dies ist ein Satz, den ich unterstreichen kann. Ich, Liz, bin ein echter Millenial: leicht gelangweilt, brauche viele Herausforderungen, arbeite hart um Top-Leistungen zu bringen, genieße es beschäftigt zu sein & ein intaktes soziales Leben liegt mir sehr am Herzen. Trotz all dieser Umstände, bin ich seit 11 Jahren mit dem gleichen Mann zusammen: Bart. Alles begann als Liebe in der Gymnasialzeit.

Wenn ich zurückschaue, kann ich mich an ein paar Momente erinnern, in denen wir uns in verschiedene Richtungen hätten entwickeln können.

Ein Beispiel: Nach der Schulzeit entschied ich mich auf die Uni zu gehen, während Bart sich für einen anderen Weg entschied. Nachdem wir drei Jahre gemeinsam gelebt hatten, erhielt Bart ein internationales Angebot für einen Job & ging ins Ausland. Ich blieb in den Niederlanden. Dabei wurde ich zunehmend unzufrieden mit meiner Situation, da die Fernbeziehung, Erwartungen in der Arbeit & Uni eine Menge Druck auf mich ausübten. Dieser wurde schließlich zu stark und entwickelte sich zu einem Burn-Out.

Wir hätten uns in diesen Situationen für den Weg des geringsten Widerstandes entscheiden & uns trennen können. Zum Glück wollten wir an unserer Beziehung arbeiten, sogar während meinem Burn-Out. Das war eine herausfordernde Erfahrung.

Es ist unsere Philosophie, die gemeinsame Kommunikation aufrecht zu erhalten & uns gegenseitig aufrichtige Aufmerksamkeit zu schenken. Wir reden über unsere Träume, was uns nachts wach hält und vermeiden nie ein konfrontatives Gespräch. An diesem Punkt magst du vielleicht denken: Ich und mein Partner sind nicht der Typ für stundenlange Gespräche. Das ist natürlich vollkommen in Ordnung, da wir alle auf verschiedene Weisen kommunizieren. Das ist der Punkt, weshalb wir andere zu unbekümmerten, leichten Fragen ermutigen wollen. Sie sind sehr nützlich um herauszufinden, wo ihr steht.

Unten werdet ihr 4 Fragen finden, mit denen du anfangen kannst. Stell sie deinem Partner bei einem Spaziergang oder während dem Essen. Manchmal werdet ihr einen Blitzstart hinlegen, ab und an werdet ihr sagen müssen: “Vertellis (erzähl mir mehr).” Ein kleiner Tipp, bevor wir anfangen – stell sicher, dass dein Handys aus ist.  😉

Frage #1 Durch welche Erfahrung konntest du zuletzt viel lernen?

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine Beziehung gibt, in der immer alles perfekt ist. Manchmal wird es eine Diskussion oder verschiedene Meinungen zu Themen geben. Das gehört zum Leben dazu. Der große Unterschied ist, wie Paare auf diese Art von Konflikten reagieren & dabei unterscheiden sich auch die Partner individuell.

Du kannst diese Momente bzw. Meinungsverschiedenheiten auch als eine Chance sehen. Eine Chance, um sich gegenseitig besser kennenzulernen und eine noch stärkere Bindung zu schaffen.

Im Eifer des Gefechts ist es meist nicht passend, sich gegenseitig auf andere Betrachtungsweisen hinzuweisen. Daher ist dies Frage Nummer eins.

Über Momente des Konflikts im Nachhinein zu reflektieren, kann eine wertvolle Ressource für gemeinsames Lernen sein. Vermeide Momente des Konflikts nicht, aber versuche dabei dich in die Perspektive deines Partners zu versetzen. Was könnt ihr demnächst anders machen? Welche Erwartungen habt ihr füreinander? Die Frage “Von welcher Erfahrung konntest du zuletzt viel lernen” ist wunderbar, da sie in regelmäßigen Abständen zu beeindruckenden Einsichten führen kann.

Nicht nur Meinungsverschiedenheiten sind Momente der Erkenntnisse. Bart & Ich konnten zuletzt viel lernen, weil wir eine Woche voneinander getrennt waren und Zeit für uns selbst hatten. Wir leben nicht nur zusammen (damals in einem kleinen Studio in Copenhagen), sondern arbeiten auch zusammen. Daher verbringen wir fast 24/7 Zeit miteinander, was für uns fantastisch ist. Als Bart und ich mal wieder Zeit für uns hatten, genossen wir es & konnten voller Energie, mit Kreativität und Wertschätzung wieder zurückkehren. “Man weiß nicht, was man hat, bis es weg ist”.

Wir haben von dieser Erfahrung gelernt und entschieden, dass wir diese “Zeit alleine” regelmäßig einbauen. Somit können wir jegliche Routine aufbrechen und Dinge in einem anderen Licht sehen. Mit der Routine zu brechen kann eine bereichernde Erfahrung für persönliches Wachstum sein.

 

Frage #2. Welche gemeinsame Aktivität würdest du gerne in Zukunft ausprobieren?

 

Wenn die Schmetterlinge im Bauch verschwinden & die täglichen Verpflichtungen im Alltag sich melden, verbringen wir weniger Zeit damit, uns auf unseren Partner zu fokussieren. Sobald die alltägliche Routine übernimmt, verfällt die anfängliche Anziehung & das Gefühl der Verbundenheit vergeht. Die gute Nachricht ist, dass diese Gefühle wieder aktiviert werden können!

Gemeinsame Unternehmungen, vor allem neue Aktivitäten, können euch noch näher zusammen bringen, da zuständige Hormone ausgeschüttet werden. Dopamin & Oxytocin sind zwei Hormone, welche ein Gefühl von Verbundenheit fördern. Oxytocin wird ausgeschüttet, wenn wir uns umarmen und küssen. Dopamin wird freigesetzt, wenn wir neue, lustige & herausfordernde Dinge gemeinsam unternehmen.

Nun, was wirst du tun, um Dopamin & Oxytocin freizusetzen?

Frage #3. Wenn du alleine entscheiden könntest, was würdest du diesen Monat machen?

 

Diese Frage mag komisch & lächerlich klingen, weil wir natürlich Menschen in unserem Leben haben, die wir berücksichtigen. Fragen wie diese können wahre Wunder bewirken, wenn es darum geht, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Es ist gut zu reflektieren & auszudrücken was du im Leben erreichen willst. Was sind deine tiefsten Wünsche? Da es deine eigenen Visionen sind, ist es wichtig, dass du dir darüber bewusst bist. Es ist jedoch essentiell, dass du sie auch mit deinem Partner teilst, da sie eure Beziehung beeinflussen – ob du es weißt oder nicht. Vielleicht werden deine Visionen auch mehr zur Realität, wenn du sie teilst.

In eine Villa in Spanien einzuziehen, könnte etwas schwierig werden, aber meist wünschen wir uns kleine Dinge im Leben. Vor Kurzem haben wir diese Frage an unsere Vertellis Community in den Niederlanden gestellt und erhielten Antworten wie: “10 Minuten mehr unter der Dusche, was leider nicht möglich ist, wegen der Kids.” Oder “Ein Buch fertig zu lesen” & “Öfter ein gemeinsames Familienessen am Tisch”.

Indem du über diese Art von Wünschen redest, kannst du dir bewusst werden, wie du sie (teilweise) in die Realität umsetzt. Schau, dass du über Möglichkeiten nachdenkst, da wir Menschen dazu neigen, Ideen als unmöglich abzutun.

Vor einiger Zeit, als Bart & ich noch Vollzeit für einen Chef arbeiteten, heuerten wir eine Reinigungskraft an. So konnten wir mehr Zeit zusammen verbringen und fühlten uns erleichtert, da die “Wer macht was” Gespräche vorbei waren. Diese neue Freiheit & der innere Frieden, waren die Kosten für die Reinigungskraft wert.

Vielleicht habt ihr ähnliche Träume? Durch das Teilen von Zielen & Träumen gestaltet ihr ein Band, dass eure Beziehung stärkt.

Also nehmt diese Fragen als eine Möglichkeit gemeinsam zu träumen. Versteht die Träume von eurem Partner & schaut wie ihr sie in die Wirklichkeit umsetzt!

Frage #4. An welchen Gewohnheiten willst du in den kommenden Monaten arbeiten?

In einer Beziehung schafft ihr euch Gewohnheiten und Routinen. Sie tauchen einfach auf. Einige Beispiele sind eure typischen Schlafens- & Essenszeiten. Die Verantwortung für Wäsche, Putzen und Abwasch sind normalerweise auch durch Routine geregelt.

Es ist eine gute Übung regelmäßig alle Gewohnheiten, die ihr als Paar habt zu prüfen und sicher zu gehen, dass sie die richtigen sind. Wenn ihr eine Veränderung braucht, bemerkt ihr es garantiert. Gegenseitige Gewohnheiten zu verstehen & mögliche Probleme die mit ihnen einhergehen, heißt ein tiefgehendes Gespräch zu führen. Wenn ihr euch gemeinsam dafür entscheidet eine Gewohnheit zu ändern, wird euch der Vorgang viel leichter fallen. Ein gutes Beispiel wäre “gesünder essen”. Es ist eine echte Herausforderung sich gesünder zu ernähren, wenn dein Partner beim nächsten Netflix Abend Schokolade, Chips & Limo auf den Tisch stellt.

Bart & ich arbeiten gerade daran früher aufzustehen. Obwohl wir nie gut darin waren lange zu schlafen, wäre es schwierig alleine um 6 Uhr morgens aufzustehen. Bei allem Elan, ich glaube der Snooze Knopf würde sehr oft gewinnen…

Willst du mehr?

Da du anscheinend den Beitrag bis zum Ende gelesen hast, bist du jetzt bereit diese Fragen in dein Leben zu integrieren. Super! Du weißt wahrscheinlich genau so gut wie Ich, dass wir Menschen zur Vergesslichkeit neigen. Um dem vorzubeugen & auf spielerische Weise an unserer Beziehung zu arbeiten, haben wir die Beziehungsedition von Vertellis gestaltet. Diese Edition beinhaltet das geballte Wissen von 150 Experten, wie Beziehungstherapeuten & Ehe-Beratern und hat nur ein Ziel: sich gegenseitig die richtigen Fragen zu stellen.

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Die Fragen, die ich heute mit dir geteilt habe, funktionieren für mich und meine Beziehung.

Hast du Vorschläge für Fragen, welche deine Beziehung bereichern?

Lass es uns wissen und schick eine Mail an hello@vertellis.de.

Wir freuen uns von dir zu hören!

Liz, Bart, Lars, Raphael

Team Vertellis

Sources used:

  1. https://www.cdc.gov/nchs/data/nhsr/nhsr049.pdf
  2. http://neuro.hms.harvard.edu/harvard-mahoney-neuroscience-institute/brain-newsletter/and-brain-series/love-and-brain

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7 Kommentare

  1. Natalina

    Mein Mann und ich sind jetzt knapp 23 Jahre zusammen.
    Zusammen wohnen wir davon 19 Jahre, verheiratet sind wir 8 Jahre.
    Ich bin 36, er 37. Es sind fast 2/3 meines Lebens.
    Wir reden schon miteinander, aber konkret diese Fragen habe ich eigentlich nie gestellt oder gestellt bekommen.
    Manches wird ja aber indirekt besprochen. Wenn ich eine ganz neue Erkenntnis für mich gewonnen habe, teile ich diese ohnehin mit meinem Mann, ohne dass darüber erst ein eigenes Gespräch begonnen werden muss.
    Überhaupt reden ist das Zauberwort.
    Und wenn man Zeit zusammen verbringt – und doch Serien/Filme oder gemeinsam computer spielen sind für mich definitiv quality time – dann auch miteinander. Sich mal ansehen, berühren – hinterher über den Film sprechen.

    Überhaupt scheint mir mindestens ebenso wichtig wie Gespräche der Augen- und Körperkontakt. Und zwar der BEWUSSTE, nicht der automatisierte wie der ritualisierte Gute-Nacht-Kuss ehe man einander den Rücken zudreht, obwohl auch der schon besser als nix ist. Mein Mann und ich haben seit 16 Jahren getrennte Schlafzimmer. Sogar im Uraub, seit die Kinder da sind, da diese mit bei mir schlafen. Und trotzdem wette ich, dass wir mehr Körperkontakt haben, mehr kuscheln und auch mehr Sex haben als 90% der Paare, die eine ähnliche lange Beziehungsdauer vorweisen können und ein Bett teilen. Denn wenn wir das wollen, müssen wir aktiv dafür werden. Und bewusst dazu entscheiden, obwohl wir getrennt schlafen noch gemeinsam erst ins Bett des jeweils anderen zu gehen, um noch Zeit zusammen zu haben. Wir gehen im Alltag wirklich selten aneinander vorbei (außer in Hektik) ohne ein Blick in die Augen. Ohne ein Klaps auf den Po. Ohne ein Streicheln des Rückens. Wir sagen uns mehrfach täglich, dass wir uns lieben. Was wir am anderen lieben, toll finden. Nicht automatisiert am ende eines Telefonates, sondern wirklich auch während wir zusammen vor dem Tv sitzen, wenn wir plötzlich statt zum TV den anderen ansehen, schauen wie er mimisch auf bestimte Szenen reagiert usw. Wir schwelgen gemeinsam in uralten Erinnerungen.

    Ich weiß nicht, ob das ewig so sein wird – aber wir hatten auch schon harte Phasen. Und wir streiten und schon immer oft und auch heftig und unschön. Und hatten Krisen und haben gesagt „so geht das nicht weiter“ – aber irgendwie war doch immer unausgesprochen im Raum, dass eine Trennung einfach nicht in Frage kommt. Egal was passiert. Ich kann da natürlich nur für mich sprechen, aber meine Vorstellungskraft setzt beim Gedanken an eine Trennung einfach aus. Es ist schlicht keine echte Option. Und wenn da so ist – dann lautet die Frage eigentlich nie „Geht es noch weiter mit uns?“, sondern nur „Wie geht es weiter mit uns?“ Das auszuloten ist immer spannend und oft schwierig. Aber ich persönlich finde, wenn man Trennung eigentlich gar nicht als echte Option ansieht, hilft das viel.

    Ich finde man muss weg von der Ansicht, eine Beziehung müsse IMMER glücklich sein und man müsse IMMER überschäumen vor Liebe. Wir hatten Phasen, da war ich unglücklich. Und Phasen, da war ich mir meiner Gefühle nicht sicher. Oder da hab ich generell kaum noch etwas gespürt und da hatten wir uns fast verloren. Aber ich habe das tatsächlich mit mir selbst ausgemacht und einfach drauf vertraut, dass das schon wieder wird – und das ist es bisher jedesmal! Oft folgt auf eine Phase monatelangen Zweifelns dann eine Phase der totelen Megaverliebtheit wie zu Beginn – solange man einfach dran bleibt und nicht irgendwann denkt: „Naja, macht mich gerade nicht mehr so richtig glücklich, gibt’s nicht was besseres?“ wird das meist schon wieder. Diese Geduld geht aber vielen heutzutage einfach ab…

    Antworten
    • Raphael

      Hey Natalina 🙂

      Ich bin Raphael, entschuldige bitte die späte Antwort!
      Deine Nachricht habe ich mit viel Neugier und Interesse gelesen, weil du
      viele Aspekte ansprichst, die essentiell für eine tiefe Beziehung sind.
      Dazu gehört sich eben ehrliche Aufmerksamkeit & Wertschätzung zu schenken, aber auch den Willen zu haben durch schlechtere Phasen im Leben gemeinsam zu gehen und nicht beim ersten Hindernis die Flinte ins Korn zu werden.

      Es ist schön zu lesen, dass es wirklich Beziehungen gibt, in denen sich die Partner Mühe geben die Momente zu zeigen, in denen man sich besonders Nahe fühlt und sich damit auch ein Stück weit verletzlich zu machen.
      Sich zu öffnen bedeutet oft auch sich verwundbar zu machen und das wiederum benötigt Stärke.

      Ich empfinde großen Respekt für euch zwei, da ihr
      auch sehr große Bereitschaft mitbringt aufeinander einzugehen.
      Behaltet euch das bei, das inspiriert sehr!

      Euch beiden für eure Zukunft nur das Beste und dass ihr hoffentlich noch
      viele bereichernde Momente gemeinsam erlebt.

      Raphael & Team Vertellis

      Antworten
  2. sunmarokk@web.de

    Hallo
    Ich muss eingestehen, das genau durch die Punkte wie oben beschrieben, meine ehe in die Brüche ging nach zehn Jahren. Zwei Jahre ist dies jetzt her, habe eine neue Beziehung und bin bereit es nicht wieder so weit kommen zu lassen und nehme diese 4 fragen als Anreiz . Danke dafür.

    Antworten
    • Raphael

      Hey Sunmarokk :-))

      Vielen Dank für deine Nachricht und entschuldige meine späte Antwort!
      Deine Nachricht gibt uns viel Auftrieb und uns im Team hat es echt gefreut, dass wir mit unseren Fragen etwas Positives beitragen können.

      An dich schicken wir liebe Grüße und sagen Danke für deine Offenheit!
      Raphael & Team Vertellis

      Antworten
  3. Smithe840

    Only wanna tell that this is very useful , Thanks for taking your time to write this.

    Antworten
    • Raphael

      Hey Smithe840 :-))

      Sure, you are welcome!
      Thanks for your feedback!

      Best wishes,
      Raphael & Team Vertellis

      Antworten
  4. Raum für Euch

    Lieber Raphael und Team Vertellis,
    ein schöner Artikel, der wunderbar deutlich macht, dass klare Fragen mehr Tiefe in eine Beziehung bringen können. Das ist Beziehungspflege pur!
    Herzliche Grüße
    Alexander und Maren von Raum für Euch

    Antworten

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